Kurzflossen-Mako angeln: der Hai, der wärmer ist als das Meer um ihn
Fast jeder Fisch hat die Temperatur des Wassers, in dem er schwimmt. Der Kurzflossen-Mako nicht: Ein Wärmetauscher aus dicht verflochtenen Arterien und Venen — das Wundernetz (rete mirabile) — hält die Wärme, die seine Muskeln erzeugen, im Körper. Laut englischer Wikipedia ist er dadurch 4 bis 5,5 °C wärmer als das Wasser um ihn herum; die russische Wikipedia schreibt, dass so Muskeln, Gehirn, Eingeweide und Augen wärmer bleiben. Laut japanischer Wikipedia hält ihn das selbst in kaltem Wasser beweglich, und laut englischer Wikipedia erklärt es zum Teil sein Tempo: FishBase nennt ihn den wahrscheinlich schnellsten aller Haie. Dieser Artikel handelt vom Kurzflossen-Mako, *Isurus oxyrinchus* — englisch shortfin mako, spanisch marrajo, italienisch mako pinna corta, französisch requin mako oder requin-taupe bleu, portugiesisch tubarão-anequim, niederländisch kortvinmakreelhaai, dänisch makrelhaj, schwedisch makohaj, norwegisch makrellhai, finnisch makrillihai, russisch акула-мако, türkisch sivriburun camgöz, griechisch ρυγχοκαρχαρίας, kroatisch dugonosa psina, japanisch アオザメ (aozame). Und weil die IUCN ihn weltweit als stark gefährdet führt, geht es hier ums Erkennen und ums Freilassen — nicht ums Mitnehmen.
Ein Verwandter des Weißen Hais
Der Kurzflossen-Mako gehört zu den Makrelenhaien (Lamnidae) — laut englischer Wikipedia eine Familie aus nur fünf lebenden Arten, zusammen mit dem Weißen Hai, dem Heringshai, dem Lachshai und seinem engsten Verwandten, dem Langflossen-Mako (*Isurus paucus*). Beschrieben hat ihn der Naturforscher Constantine Rafinesque — laut FishBase, GBIF und der russischen und schwedischen Wikipedia 1810, laut englischer Wikipedia 1809. Das Wort mako stammt aus der Sprache der Māori und bedeutet laut englischer und russischer Wikipedia zugleich Hai und Haizahn; zum ersten Mal aufgeschrieben wurde es 1820 in einem Wörterbuch Neuseelands, schlicht als „ein gewisser Fisch“.
Laut FishBase ist er ein Hochseefisch, der aber manchmal nah an die Küste kommt; er lebt weltweit in gemäßigten und tropischen Meeren zwischen 65° Nord und 54° Süd, bei Wasser ab etwa 16 °C. Laut englischer Wikipedia sind Schwertfische ein guter Hinweis auf Makos: Sie sind ihre Beute und mögen dieselben Bedingungen. Eine Isotopen-Analyse zeigte laut FishBase, dass der Kurzflossen-Mako vor Ostaustralien der oberste Fischräuber der Hochsee ist.
Seine Beute: laut FishBase Knochenfische, andere Haie und Kopffüßer; große Tiere fressen auch Schwertfische und Marline und kleine Wale. Laut englischer Wikipedia machten Blaubarsche — denen diese Serie eine eigene Gruppe widmet — zwischen Cape Hatteras und den Grand Banks 77,5 % des Mageninhalts (nach Volumen) aus. In den Mägen zweier Makos von 300 und 360 kg fanden Forscher laut russischer Wikipedia ganze Schwertfische von 54 und 67 kg. Doch der Schwertfisch wehrt sich: Bei Ganzirri und Lipari auf Sizilien wurden Makos gefunden, in deren Kopf oder Kiemen abgebrochene Schwerter steckten (englische, russische, griechische Wikipedia). Er greift laut englischer Wikipedia von unten an, reißt Stücke aus Flanken und Flossen — und hält mit rund 13 000 Newton den Rekord für den stärksten je gemessenen Haibiss, gemessen 2020 vor Mayor Island in Neuseeland.
Woran du ihn erkennst
Laut FishBase ein großer, spindelförmiger Hai mit großen schwarzen Augen, einer spitzen Schnauze und großen, schmalen, hakenförmigen Zähnen mit glatten Kanten. Die Schwanzflosse ist halbmondförmig, ihr unterer Lappen kräftig ausgebildet; die zweite Rückenflosse und die Afterflosse sind winzig. Der Rücken ist leuchtend metallisch blau, der Bauch weiß, die Grenze dazwischen scharf (FishBase, englische Wikipedia); die japanische Wikipedia beschreibt von der Seite drei Töne: dunkelblau, hellblau, weiß. Auch die Unterseite der Schnauze und die Mundpartie sind weiß. Laut russischer und schwedischer Wikipedia sieht man die vorderen Zähne des Unterkiefers selbst bei geschlossenem Maul. Jungtiere tragen laut englischer Wikipedia einen schwärzlichen Fleck auf der Schnauzenspitze.
Den Namen gibt die Brustflosse: Laut russischer Wikipedia ist ihr Vorderrand kürzer als der Kopf. Der Langflossen-Mako hat laut englischer Wikipedia deutlich größere Brustflossen, eine dunklere Mundpartie und größere Augen. Vom Heringshai (Gattung *Lamna*) trennt ihn laut englischer Wikipedia zweierlei: Er hat nur einen Kiel an jeder Seite der Schwanzwurzel, und seinen Zähnen fehlen die kleinen Nebenspitzen.
- Größe: FishBase nennt 445 cm Gesamtlänge als Maximum, 270 cm als übliche Länge und 505,8 kg als schwerstes veröffentlichtes Gewicht. Laut englischer Wikipedia wog der schwerste an der Angel gefangene Mako 600 kg (Kalifornien, 3. Juni 2013); der längste bestätigte maß 4,45 m und wurde im September 1973 vor der französischen Mittelmeerküste gefangen.
- Langsames Leben: Bis 2006 glaubte man, er lege zwei Wachstumsringe pro Jahr in seine Wirbel. Eine Studie mit 258 Tieren zeigte: Es ist einer. Seitdem gilt laut englischer und russischer Wikipedia: Weibchen werden erst mit etwa 18 Jahren geschlechtsreif, Männchen mit etwa 8; das älteste Weibchen war 32, das älteste Männchen 29. FishBase hat die alten Werte ausdrücklich gelöscht.
- Nachwuchs: Laut FishBase ist er lebendgebärend; die Embryonen ernähren sich im Mutterleib von unbefruchteten Eiern. Die Tragzeit dauert 15 bis 18 Monate, ein Weibchen bekommt nur etwa alle drei Jahre Junge, die bei der Geburt 60 bis 70 cm messen. FishBase schätzt seine Widerstandskraft deshalb als gering ein: Eine Population braucht 4,5 bis 14 Jahre, um sich zu verdoppeln.
Wo er lebt — auch im Mittelmeer
FishBase: im Westatlantik vom Golf von Maine bis Argentinien, im Ostatlantik von Norwegen bis Südafrika — einschließlich des Mittelmeers —, im Indopazifik von Ostafrika bis Hawaii, im Ostpazifik von Kalifornien bis Chile. Er wandert weit: Ein vor Kalifornien markiertes Weibchen wurde 2776 km entfernt im Zentralpazifik wiedergefangen, ein anderer Mako schwamm 2128 km in 37 Tagen (englische, russische Wikipedia). Von 2459 vor der US-Ostküste markierten Makos überquerte laut russischer Wikipedia einer den Atlantik und wurde nach 4000 km vor Spanien gefangen.
Im Mittelmeer ist er laut russischer Wikipedia im Westen weit verbreitet, im Osten — Ägäis, Marmarameer — seltener; im Schwarzen Meer fehlt er. Das westliche Mittelmeer und die Straße von Gibraltar gelten dort als Kinderstube: Von 321 Makos, die 2005 beim Thun- und Schwertfischfang als Beifang gemeldet wurden, stammten 268 aus der Alborán-See und 42 von den Balearen, und die meisten waren noch nicht geschlechtsreif. Im Ligurischen Meer sind die Fänge seit 1950 so stark zurückgegangen, dass er dort fast verschwunden ist. Und die Adria? Laut russischer Wikipedia gibt es aus der östlichen Adria seit 1972 keinen Nachweis mehr; die kroatische Wikipedia dagegen schreibt, man finde ihn dort an der Küste und auf offener See.
Gefährdet — und was das an der Angel heißt
Laut englischer Wikipedia ist der Kurzflossen-Mako ein begehrter Sportfisch, berühmt dafür, dass er am Haken hoch aus dem Wasser springt; in einigen Fällen ist er dabei ins Boot gesprungen. Die japanische Wikipedia berichtet von 2004: Vor Susami (Wakayama) sprang ein Mako von 3,5 m und 350 kg nachts in ein Angelboot, ein Angler wurde schwer verletzt. FishBase führt ihn als potenziell gefährlich. Die Zahlen dazu widersprechen sich: Laut englischer Wikipedia verzeichnet das International Shark Attack File 10 Angriffe auf Menschen zwischen 1980 und 2024, laut russischer Wikipedia 42 zwischen 1980 und 2010 — beide nennen 3 tödliche und 20 Angriffe auf Boote, und beide sagen, viele seien provoziert gewesen, oft beim Fang.
Wichtiger ist der umgekehrte Blick. Laut FishBase führt die IUCN ihn weltweit als stark gefährdet (Endangered, bewertet am 5. November 2018); er steht in Anhang II des Artenschutzabkommens CITES. Für das Mittelmeer stufte die IUCN ihn — zusammen mit dem Heringshai — schon in ihrer Pressemitteilung vom 16. November 2007 als vom Aussterben bedroht ein (Critically Endangered). Für den Nordatlantik verbot die Thunfischkommission ICCAT mit ihrer Empfehlung 21-09 für 2022 und 2023, Makos aus ICCAT-Fischereien an Bord zu behalten oder anzulanden; laut demselben Text wird der Laicherbestand unabhängig von jeder Fangmenge bis 2035 weiter schrumpfen. In Kroatien ist er laut kroatischer Wikipedia streng geschützt. Welche Regeln heute an deinem Wasser gelten, prüfst du vor der Ausfahrt selbst — beim Hafenamt, bei der Fischereibehörde, beim Guide. Wer einen Mako hakt, lässt ihn so schonend wie möglich im Wasser wieder frei.
Acht Widersprüche, stehen gelassen
- Wie schnell ist er? Die englische Wikipedia: 50 km/h, in Sprints 74 km/h. Die französische: 50 bis 74 km/h, mehr verhindere die Kavitation. Die spanische: 70 km/h. Die türkische: 84 km/h. Die portugiesische: 88 km/h. Die italienische und die japanische: 100 km/h. Die russische: Ein Jungtier beschleunigte in einem Versuch auf 30 m in 2 Sekunden auf 110 km/h. Die schwedische: 30 bis 40 km/h auf langen Strecken. Und die deutsche hält Angaben von fast 80 km/h für höchst unzuverlässig.
- Wie warm ist er? Die englische Wikipedia: 4 bis 5,5 °C wärmer als das Wasser. Die russische: die Muskeln 1 bis 10 °C wärmer, im kalten Wasser mehr als im warmen. Die französische: etwa 10 °C.
- Der Riese aus der Türkei: Laut FishBase berichteten Kabasakal und de Maddalena 2011 von einem historischen Fang vor der Türkei, nach Fotos auf rund 585 cm geschätzt. Die englische Wikipedia: 5,7 bis 6,19 m, gefangen Ende der 1950er vor Marmaris. Die russische: 5,85 m. Die griechische: zwei Haie von 5,77 und 6,19 m — und zwar im Marmarameer, nicht vor Marmaris an der Ägäis. FishBase und die englische Wikipedia betonen: Die Längen sind nach Fotos geschätzt.
- Wie tief schwimmt er? FishBase: 0 bis 888 m, meist 100 bis 150 m — und an anderer Stelle: meist im Oberflächenwasser, bis etwa 150 m. Die französische und die niederländische Wikipedia: bis 740 m. Die kroatische: bis 700 m. Die russische: bis 500 m. Die schwedische: bis 400 m. Und während die englische schreibt, er lebe meist fern vom Land, nennt ihn die deutsche einen Bewohner küstennaher Gewässer.
- Wie hoch springt er? Die italienische Wikipedia: bis 7 m. Die deutsche: über 6 m. Die russische: bis 6 m. Die französische: 4 m oder mehr. Die spanische: 3 bis 4 m.
- Wie viele Junge? FishBase nennt auf derselben Seite 4 bis 16, bis 18 und 4 bis 25 (meist 10 bis 18). Die englische Wikipedia: 4 bis 18. Die französische: 2 bis 21. Die spanische: meist 4 bis 8, höchstens 16. Die portugiesische: 8 bis 10. Die kroatische: 4 bis 26. Die russische: 4 bis 30.
- Wie alt wird er — und wann wird er reif? FishBase: 32 Jahre. Die französische Wikipedia: 25. Die kroatische: 25 bis 32. Die italienische: 30 bis 35. Die schwedische nennt noch die Reife mit 2 (Männchen) und 6 Jahren (Weibchen) — so frühe Werte beruhten laut englischer Wikipedia vor 2006 auf dem widerlegten Glauben an zwei Wachstumsringe pro Jahr; heute gelten 8 und 18 Jahre.
- Wie gefährdet ist er? FishBase: stark gefährdet, bewertet 2018. Die englische und die italienische Wikipedia: 2019 hochgestuft, zuvor gefährdet (Vulnerable), 2007 noch potenziell gefährdet. Die schwedische: weltweit gefährdet (Vulnerable). Neuseelands Naturschutzbehörde stufte ihn 2018 dort als nicht gefährdet ein (englische Wikipedia). Und während FishBase ihn in Anhang II der Bonner Konvention (CMS) führt, schreibt die russische Wikipedia, er sei 2010 in Anhang I aufgenommen worden.
Fünf Namen, die zum falschen Fisch führen
- „Makrelenhai“ und „Heringshai“. Laut deutscher Wikipedia wird der Kurzflossen-Mako in Deutschland als „Makrelenhai“ als Speisefisch verkauft — doch „Makrelenhaie“ heißt auch die ganze Familie, zu der der Weiße Hai gehört. GBIF führt ihn dänisch auch als sildehaj und niederländisch als haringhaai: Beides bedeutet Heringshai, und das ist ein anderer Fisch, *Lamna nasus*. Die italienische Wikipedia warnt, dass der Handelsname smeriglio eigentlich dem Heringshai gehört.
- „Blauhai“, „blue shark“, „aozame“. GBIF führt den Kurzflossen-Mako deutsch auch als Blauhai und englisch als blue shark — doch so heißt ein eigener Hai, *Prionace glauca*, japanisch ヨシキリザメ. Ausgerechnet der japanische Name des Makos, アオザメ (aozame), bedeutet laut japanischer Wikipedia wörtlich „blauer Hai“, nach seiner Farbe.
- „Mako“ — welcher? Die englische Wikipedia: „mako shark“ heißt auch der Langflossen-Mako. Die finnische Wikipedia: Im heutigen finnischen Namensverzeichnis meint makohai ausdrücklich den Langflossen-Mako; der Kurzflossen-Mako heißt dort makrillihai. Wer finnisch „makohai“ liest, hat den anderen Mako vor sich.
- „Isurus“ — der gleiche Schwanz, der keiner ist. Der Gattungsname bedeutet laut FishBase „gleicher Schwanz“, nach den angeblich gleich langen Lappen der Schwanzflosse. FishBase fügt trocken hinzu: Sie sind es nicht, der obere ist deutlich länger.
- „Marrajo criollo“. GBIF führt marrajo criollo als portugiesischen Namen der Art. Laut englischer Wikipedia ist das aber der Name einer besonderen Farbform mit dunkler Marmorierung an Schnauze und Maul, die vermutlich nur bei den Azoren vorkommt — nicht jeder Mako ist ein Marrajo criollo.
Bleibt die Frage, mit der jeder Artikel dieser Serie anfängt: wann. Lebensraum, Beute und Gewohnheiten stehen oben, und sie stehen fest. Was sich jeden Tag ändert, ist alles andere — und ob ein Tag auf dem Wasser lohnt, entscheidet sich genau dort. Das rechnet StrikeAhead aus: Es nimmt die Bedingungen an deinem Wasser und sagt dir, wann sich der Weg lohnt. Und weil man Strömungskanten, Köderfischschwärme und das Blau der offenen See nicht vom ersten Tag an lesen kann — und weil ein Mako, der freigelassen werden soll, erfahrene Hände braucht —, sagt dir StrikeAhead Pathfinder, mit wem du hinausfährst: kuratierte Guides und Skipper, vor dem Listing persönlich geprüft — Lizenz und Versicherung —, mit verifizierten Fängen statt Werbefotos, ohne bezahltes Ranking und für dich als Angler ohne Vermittlungsgebühr. Die App sagt wann, Pathfinder mit wem.